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Die Açaí-Beere: Erhältlichkeit Und Verzehrformen Teil3

Die Açaí-Beere: Erhältlichkeit und Verzehrformen Teil3

Verzehr von Açaí als Lebensmittel, Vielfältigkeit und Erhältlichkeit in Deutschland*

 

Wie schmeckt Açaí und wie isst man es am Besten?

 

Geschmack und Verzehr

Die Açaí-Beere hat einen exotischen Geschmack, der an eine Mischung aus Kakao und Wildbeeren mit Nuancen von Nüssen erinnert. Da die Frucht fast keinen Zucker enthält, ist sie unvermischt sehr bitter. Wer damit aufgewachsen ist, findet, es geht nichts über pures Açaí. Die Amazonas-Bevölkerung isst sie deshalb bis heute meistens unvermengt. In anderen Teilen Brasiliens und im Ausland wird Açaí aber meistens mit anderen, süßeren Früchten, gemixt genossen.

So isst man Açaí im Amazonas – als reines Püree.

Insbesondere Banane eignet sich hervorragend zum mixen mit Açaí. Die Banane, die von sich aus einen süßen Geschmack hat, findet sich als Bestandteil in den meisten Açaí-Bowls oder Smoothies. Auch die Textur der Banane ist hervorragend, um eine möglichst cremige Açaí-Bowl zu kreieren. Andere häufig in Verbindung mit Açaí verwendete Früchte sind Blaubeeren und Erdbeeren. Ebenso wird oftmals – gerade bei Smoothies – ein Schuss Apfelsaft hinzugegeben.

Für die meisten Menschen ist Açaí insofern vor allem in Kombination mit anderen Früchten ein Genuss. Manch einer nimmt den Geschmack einer anderen Frucht in Kombination mit Açaí sogar als dominanten Bestandteil wahr. Açaí sorgt dennoch für einen unbekannten, exotischen Geschmack, der die Fähigkeit hat, den Geschmack vieler anderer Früchte zu verfeinern und zu bereichern. Vor allem im Abgang merkt man den markanten und aromatischen Geschmack des Açaí. Wie bei Kaffee lassen sich eine Vielzahl verschiendener natürlicher Aromen im Açaí ausmachen.

Açaí wird mit jedem Mal Essen besser

Generell zeigt die Erfahrung, dass Açaí eine Frucht ist, die man entweder liebt oder aus der man sich gar nichts macht. Mein Auslandssemester und meine Erfahrungen in Brasilien haben mir gezeigt, dass es wenige Leute gibt, die Açaí „ganz in Ordnung“ finden. Einige mögen es gar nicht bzw. finden die Frucht geschmacklich nicht interessant. Die Anderen aber lieben die Frucht und möchten sie am liebsten täglich essen. Auch interessant ist zu beobachten, dass für Viele die Frucht mit jedem Mal Essen besser wird.

Vielfältigkeit der Frucht

Açaí eignet sich als gesunde und leichte Frucht, mit hohem Nährwert ideal für viele Situationen. Sie sättigt für länger, als man annehmen würde, und liefert Energie, liegt aber nicht schwer im Magen.

So ist die Frucht ein leckeres und gesundes Frühstück, kann aber auch als leichtes Mittagessen herhalten. Ebenso ist die Frucht ein guter Snack für Zwischendurch oder für vor oder nach dem Sport. Natürlich kann die Frucht auch als Dessert oder Bestandteil eines Desserts zur Abrundung eines Mittagessens gegessen werden. Auch als frischer Smoothie ist die Frucht vielfältig einsetzbar.

Eine Açaí-Bowl – so wird Açaí außerhalb des Amazonas meist genossen.

 

In welchen Formen gibt es Açaí in Deutschland und was sind die Unterschiede?

In Deutschland gibt es Açaí nicht frisch zu kaufen. Die Frucht ist hochempfindlich und wird sehr schnell schlecht. Sie muss daher nach der Ernte binnen 24 Stunden verarbeitet werden – bevor sie beginnt zu verderben und wertvolle Inhaltsstoffe zu verlieren. Auch in Brasilien ist die Frucht daher nur in der Amazonasregion frisch erhältlich. Im Rest des Landes wird sie fast ausschließlich tiefgekühlt verzehrt.

Erhältlichkeit von Açaí im Ausland

Açaí gibt es mittlerweile in vielen Ländern der Welt und so auch in Deutschland. Die Frucht ist hierzulande in verschiendenen Formen zu kaufen: reine Nahrungsergänzungsmittel (bspw. Kapseln), Pulver, Saft und tiefgefrorenes Fruchtpüree, wie in Brasilien. Bei einem Kauf sollte man sich der Unterschiede und der Vor- und Nachteile der verschiedenen Formen bewusst sein.

Die wahrscheinlich häufigste Form von Açaí in Deutschland ist als Bestandteil von reinen Nahrungsergänzungsmitteln. Das Ziel und der Grund für den Konsum liegt hier rein bei den positiven Eigenschaften der Frucht für die Gesundheit. Das ist in der Idee gut; problematisch ist aber, dass bei der Verarbeitung in der Regel Inhaltsstoffe verloren gehen oder teilweise bewusst vernachlässigt werden, da sich das Nahrungsergänzungsmittel auf bestimmte Inhaltsstoffe der Frucht fokussiert. Es ist jedoch mittlerweile erwiesen, dass viele Stoffe im Körper nur in Kombination mit anderen Stoffen richtig wirken können. Aus diesem Grund ist in den vergangen Jahren eine ausgeprägte Debatte über den Sinn, Nutzen und in manchen Fällen eine mögliche Gefahr für die Gesundheit durch Nahrungsergänzungsmittel entstanden.

Greift man zu Açaí als Lebensmittel statt als Nahrungsergänzungsmittel, erübrigt sich diese Diskussion für den Konsumenten. Neben dem Vorteil, die Frucht möglichst naturbelassen verzehren zu können, hat man den Vorteil, den einzigartigen Geschmack der Açaí-Beere genießen zu können, der bei Konsum in Kapselform nicht zur Geltung kommt.

Açaí na tigela (‚Açaí in der Bowl‘) – so schmeckt keine Kapsel.

Unter den Varianten von Açaí als Lebensmittel ist die Pulverform wohl die am weitesten verbreitete. Ziel von Açaí-Pulver ist es, von den Eigenschaften der Frucht zu profitieren, aber gleichzeitig den Geschmack zu erhalten. Dies gelingt – wenn auch nur unvollständig. Bei herkömmlichen Pulvern weichen Geschmack und Inhaltsstoffe deutlich von der eigentlichen Frucht ab. Diese Pulver basieren nicht auf vollständigen Früchten, sondern auf Extrakten der Açaí-Beere, bei deren Herstellung die Inhaltsstoffe und Geschmack leiden. Grund für die Geschmacksabweichung können aber auch Zusatzstoffe sein, die bei der Verarbeitung verwendet werden. Ebenso gibt es bessere und teurere Pulver, die mittels eines aufwändigeren Prozesses verarbeitet werden. Diese bestehen aus der eigentlichen Frucht und erhalten den Geschmack und auch die gesundheitsförderlichen Eigenschaften und Inhaltsstoffe deutlich besser. Auch hier lässt sich aber oft eine Abweichung vom eigentlichen Geschmack und insbesondere der Konsistenz der Frucht nicht gänzlich vermeiden.

Açaí-Saft ist vergleichsweise selten zu finden. Zur Herstellung des Safts wird meist das Püree der Açaí-Beere als Grundlage genommen. Um dieses zu verflüssigen, wird es auf diverse Arten verdünnt. Einerseits besteht die Möglichkeit das Püree mit Wasser zu strecken und so einen verdünnten, aber möglichst authentischen Fruchtgeschmack zu erhalten. Andererseits kann das Püree auch mit anderen Fruchtsäften vermengt werden, um ein Getränk auf Açaí-Basis zu gewinnen. Der Saft ist in aller Regel recht teuer. Seine Qualität ist stark vom Hersteller und den angewandten Verarbeitungsmethoden abhängig. Auch schwankt der Anteil der Açaí-Beeren am Açaí-Saft von Hersteller zu Hersteller stark.

Eine an Beliebtheit gewinnende, aber noch wenig verbreitete Form ist tiefgefrorenes Açaí-Fruchtpüree. Auch das Fruchtpüree enthält Wasser, da dieses zur Verarbeitung der Früchte, d.h. um den essbaren Beeren-Teil vom Kern der Beere zu trennen, hinzugegeben werden muss. Jedoch wird nach der zur Verarbeitung der Beeren zwingenden Zugabe kein weiteres Wasser hinzugefügt. Die typisch cremige Textur der Frucht bleibt so erhalten, ebenso wie ihr unverwechselbarer Geschmack. Tiefgefrorenes Açaí-Fruchtpüree ist somit sowohl vom Geschmack als auch von der Konsistenz her die außerhalb des Nordens Brasiliens erhältliche Form der Frucht, die dem frischen Açaí-Fruchtpüree, wie es die Amazonasbevölkerung seit jeher konsumiert, am nähesten kommt.

Der Prozess des Schockfrostens und die Vorteile von Tiefkühlobst

Tiefgefrorenes Fruchtpüree wird mit dem sogenannten Schockfrostverfahren gefrostet. Dieses Verfahren gilt heute als beste Möglichkeit, die Qualität, die Eigenschaften (bspw. Vitamine, Antioxidantien, etc.) und den Geschmack der Beeren zu erhalten.

Açaí kann in Deutschland nicht frisch konsumiert werden. Dank des Schockfrostverfahrens kann es sich jedoch selbst bei vielem einheimischen Obst lohnen zu Tiefkühlobst zu greifen. Grund dafür ist vor allem, dass frisches Obst oft lange Zeit Sonnenlicht, Sauerstoff und Wärme ausgesetzt ist, bis es verarbeitet wird, manche Vitamine, beispielsweise Vitamin C, darauf aber empfindlich reagieren. Anja Markant, Professorin für Ernährungswissenschaften an der Fachhochschule Münster drückt es gegenüber der Apotheken Umschau so aus: „Tiefkühl-Gemüse enthält mehr Vitamine als frisches Gemüse, das zu lange im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur gelagert wurde“ (Apotheken Umschau Online vom 8.2.2017 – Dagmar Fritz: Tiefkühlkost oder frisches Gemüse besser?). Hinzu kommt, dass viele für den Verkauf als frisches Obst bestimmte Fruchtsorten auf längere Haltbarkeit gezüchtet werden. Solche gezüchteten Früchte weisen oftmals einen geringeren Gehalt an Vitaminen und Nährstoffen aus als ihre „wilden“ Pendants.

Tiefgefrorenes Açaí-Püree – wie wir es aus Brasilien kennen.

Auch wenn bei gleicher Qualität von Fruchtsorten und kurzen Wegen von der Ernte bis zum Verbrauch natürlich frisches Obst zu bevorzugen ist, gibt es in vielen Fällen also gute Argumente, professionell schockgefrostetem Obst den Vorzug zu geben. Weitere Vorteile von Tiefkühlobst sind die lange Haltbarkeit und somit ständige Verfügbarkeit, die Möglichkeit, Fruchtmengen gut zu portionieren, eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Obst reif gepflückt wurde und nicht unterwegs gereift ist (v.a. bei Tropenfrüchten) sowie die Sicherheit, kein Obst mit Druckstellen zu kaufen.

Beim Kauf von Açaí zu beachten

Hat man sich für eine in Deutschland erhältliche Form von Açaí entschieden, sollte man einige weitere Punkte bei der Produktauswahl beachten. Im Idealfall handelt es sich um wild geerntetes Açaí, das ohne Pestizide oder Kunstdünger wachsen konnte. Einerseits erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, ein Produkt mit hohen Nährwerten zu kaufen, andererseits trägt man somit dazu bei, den Amazonas nachhaltig zu bewirtschaften. Ein guter Anhaltspunkt kann hier eine Bio-Zertifizierung sein. Daneben gilt wie in den meisten Fällen: Qualität hat ihren Preis. Nicht alles was teuer ist, muss gut sein – dennoch sollte man bei Billigangeboten genau hinsehen.

Zu guter letzt sei gesagt, dass Açaí auch eine Option für Veganer sein kann. Allerdings sollte man das Produkt vor dem Kauf auf eine entsprechende Auslobung prüfen.

*Dieser Artikel wurde mit möglichster Sorgfalt und Recherche erstellt. Wir sind aber weder Diätetiker noch Mediziner. Der Artikel ist demnach nicht als Grundlage für einen indivuellen diätetischen Plan oder gar eine Selbstmedikation gedacht oder geeignet. Eine Haftung hierfür wird nicht übernommen.

Beitragsserien: Information über Açaí - eine faszinierende Frucht - Serie
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